


Schöne Frau geht vorbei
Eine Falte in deinem Kleid
Hat wie eine Woge geschaukelt,
Hat Träume mir vorgegaukelt:
Wie schön ihr seid, wie ihr seid.
Einer Woge glich diese Falte,
Von deinem Atem aufgewühlt.
Und trotzig hat diese kalte
Welle dein warmes Fleisch umspült.
Es glätten keine Bedenken solch
Bezaubernd wogende Faltung.
Ich ging an dir vorbei, wie ein Strolch
An einer städtischen Verwaltung.
Joachim Ringelnatz
Polychromer Holzschnitt, aber nur eine Birnbaumvollholzplatte; mit japanischer Tusche handgedruckt auf japanisches washi; vorderseitig koloriert mit Acrylgold, rückseitig nachkoloriert mit Aquarellfarben (Ura zai shiki-Technik); Blattgröße: 66 x 48 cm (H x B)
Bekannt aus der griechischen Mythologie, ist die „Medusa“ gleichbedeutend mit einer gefürchteten Gottfrau: Beim bloßen Anblick ihres schlangenumrankten Hauptes werde der Betrachter auf der Stelle versteinert! Im übertragenen Sinne könnte man es auch so verstehen, daß der Medusenanblick solchermaßen den Erblickenden verzaubert, daß er schier „gelähmt“ wird. Und so erdachte ich mir als Konzept für diesen Holzschnitt den schlangenähnlich umrankten Leib/Schoß einer solchen Medusa, die mit ihrer erotischen Ausstrahlung reihenweise den männlichen Voyeur fasziniert und dabei sogleich paralysiert.





Siehe die Techniken im Detail beschrieben bei „Techniken & Tools“: